Was braucht ein Film, um echter Kult zu werden?
Eine Vorlage, die schon Kult ist?
Einen Hauptdarsteller, den ein Hauch von Kult umweht, weil sein Vater Kult ist?
Ein tragisches Ereignis, welches den Film zu einem Vermächtnis macht?
Nun, dann ist The Crow zweifellos Kult as Fuck!
Schon die Comicvorlage von James O`Barr genoss sehr hohes Ansehen und war in Comicleserkreisen sehr beliebt. James O`Barr hat einen sehr eigenartigen Zeichenstil, der seine Comics unverwechselbar macht. Laut eigener Aussage war er bei der Schaffung von The Crow von Bands wie The Cure inspiriert. Von der Schaffung der Comic-Novel erhoffte er sich eine kathartische Wirkung, versuchte er doch, den Unfalltod seiner Freundin zu verarbeiten. So kann man The Crow auch als eine Metapher zu O`Barrs Leben sehen, augenscheinlich beschreibt er eine Welt, in deren Zentrum er sich selbst sieht.
Brandon Lee ist der Sohn des vermutlich bekanntesten Martial Arts Darstellers aller Zeiten, von Bruce Lee. Kein anderer Schauspieler hat das Martial Arts Genre auch nur annähernd so geprägt, geformt und verändert wie Bruce Lee. Und damit hat der kleine Mann sehr große Fußstapfen hinterlassen, in die sein Sohn springen musste. Brandon Lees Hollywoodkarriere fing gerade an zu laufen. Sein erster nennenswerter Erfolg war Showdown In Little Tokio an der Seite von Dolph Lundgren und Rapid Fire war gerade in aller Munde, als er sich dazu entschloss, uns den Eric Draven zu geben.
Dieser Film sollte Brandon Lee den Durchbruch bringen, leider wurde er sein Vermächtnis.
Im Film wird Eric Dravn von einem Gangster erschossen. Aus ungeklärten Gründen hatte die Filmwaffe eine Fehlfunktion und Patronenteile wurden aus dem Lauf geschleudert und verletzten Brandon schwer am Bauch. Trotz sofortiger Hilfe verstarb Brandon Lee noch am selben Tag im Krankenhaus. Er wurde nur 28 Jahre alt…
Nimmt man nun all das zusammen, dann kann der Film einfach nur Kultcharakter haben. Und das faszinierende ist, der Film an sich ist auch noch gut.
Der Musiker Eric Draven und seine Freundin Shelly werden an Hallows Eve von einer Bande getötet, die jedes Jahr zu Hallows Eve zur Devils Night ausrufen und für Chaos und Zerstörung sorgen. Doch vorher muss Eric mit ansehen, wie seine Freundin noch vergewaltigt und misshandelt wird. Die Legende jedoch besagt, dass eine Krähe die Seelen der Toten einsammelt und auf die „andere Seite“ bringt. Aber manchmal, wenn einer Seele großes Unrecht widerfahren ist, dann kann die Krähe die Seele auch zurück bringen, damit sie Rache üben kann. Und Eric will Rache! Nach und nach verfolgt und erlegt er die Bande, bis er schließlich vor Top Dollar (Grandios Michael Wincott) steht, demjenigen, der Devils Night ausgerufen hat…
Es gibt nichts an dem Film, was nicht stimmt. Story, Bauten, Soundtrack, all das geht eine unheilige Allianz der Apokalypse ein und man kann nicht anders, als gefesselt sein von dem, was da abgeht. Die Melancholie in Dravens Augen, die Verzweifelung, die er erlebt in dem Wissen, das er nur noch „lebt“ um Rache zu nehmen, all das wird greifbar in diesem bedeutungsschwangerem Epos.
Ein Film für die absolute Ewigkeit, allerdings mit dem Highlander-Gen: Es kann nur Einen geben!
Ruhe in Frieden, Brandon…